Ist man trotz VPN im Internet zurückverfolgbar?

Mit VPN zurückverfolgbar?
Ist man im Internet trotz VPN zurückverfolgbar? (Fotolia / vege)

Wer mit einem VPN im Internet surft, tut das aus gutem Grund. Doch ist man mit VPN zurückverfolgbar?

Grundsätzlich gilt: Nein, ist man nicht. Denn genau das ist ja der Sinn eines VPN. Man kann damit anonym surfen und seine Identität verschleiern.

Anonym surfen bedeutet in dem Fall, dass man eine IP-Adresse des VPN-Anbieters zugewiesen bekommt, sobald man sich mit einem der vielen Server, die weltweit dafür zur Verfügung stehen, verbunden hat.

Es wird also die eigentliche IP-Adresse, mit der man ursprünglich mit dem Internet verbunden ist, versteckt und gegen eine andere IP des VPN-Anbieters ausgetauscht. Wenn Hacker oder Datendiebe nun Angriffe darauf starten, laufen diese ins Leere, weil sie die eigentliche IP-Adresse gar nicht kennen.

Innovative VPN Lösungen, die nicht zurückverfolgt werden können

Doppelt hält besser! So oder so ähnlich dürfte sich auch der VPN-Dienst NordVPN gedacht haben. Denn dort ist man besonders innovativ, wenn es um VPN-Verbindungen geht, die nicht zurückverfolgt werden können.

Man setzt in diesem Haus auf Lösungen wie doppelte VPN-Verschlüsselung oder Onion over VPN.

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Nur der VPN-Anbieter kennt die eigentliche IP

Klar ist: Die eigentliche IP kennt nur der jeweilige VPN-Anbieter. Natürlich sind sich diese Unternehmen bewusst, dass sie damit sorgsam umgehen müssen und dass diese Daten das schützenswerteste Gut überhaupt sind.

Wie das im Einzelfall gehandhabt wird, sollte man den Nutzungsbestimmungen und den Datenschutzbestimmungen entnehmen. Dort kann man nachlesen, welche Daten gespeichert werden und auch, in welchen Fällen sie herausgegeben werden könnten.

In unseren Testberichten haben wir uns diese Punkte übrigens auch ganz genau angesehen.

Wird die IP bei Straftaten herausgegeben?

Heikel wird es nämlich, wenn größere Straftaten über ein VPN begangen und die Ermittlungsbehörden aktiv werden. So kann man sich vorstellen, dass diese bei Ermittlungen im Zusammenhang mit Terrorakten alles daransetzen werden, um die Internetverbindung zurückzuverfolgen.

Nun hängt es von der Geschäftspolitik und dem Standort des VPN-Anbieters ab, ob Daten in solchen Fällen herausgegeben werden. Bestimmte VPN-Dienste wollen Straftäter nicht unterstützen und behalten sich explizit vor, dass sie die ursprüngliche IP in einem Verfahren bzw. bei einem gerichtlichen Beschluss herausgeben können.

Logfreie VPN-Anbieter

Voraussetzung dafür ist, dass das VPN die Nutzerdaten und Verbindungsdaten loggt, also aufzeichnet. Das ist für einen bestimmten Zeitraum bei Anbietern wie HideMyAss, dem Marktführer, der Fall.

Es gibt aber auch andere Anbieter, die darin ihren Marktvorteil sehen und nicht loggen, also ein logfreies VPN anbieten. Hier wird erst gar nicht aufgezeichnet, wer sich mit welcher IP-Adresse mit dem VPN-Server verbunden hat. Entsprechend kann die Verbindung nicht zurückverfolgt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch der Firmensitz des VPN-Unternehmens, denn die Gesetze des jeweiligen Landes sind schließlich relevant, was die Datenaufzeichnung und Datenerhebung betrifft. Wer also mit VPN im Internet nicht zurückverfolgt werden können möchte, sollte auf einen Dienst an einem „Off-Shore-Standort“ setzen.

VPN kein Freibrief für Straftaten

Trotzdem ist klar: Ein VPN stellt keinen Freibrief für Straftaten dar.

Vielmehr geht es darum, mit der Nutzung eines VPN anonym zu surfen und die eigene Privatsphäre im Internet zu schützen. Ebenso spielt das Umgehen von Geoblockings und der Schutz vor Hackern und Datendieben eine große Rolle.

Das alles ist völlig legal möglich, ohne dass man Angst haben muss, dass man mit VPN im Internet zurückverfolgt wird.

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